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Mittwoch, 24. Oktober 2018

Marie dein Lächeln bleibt/ Die Hände meiner Eltern von Winibald Willmeer

Marie dein Lächeln bleibt/
Die Hände meiner Eltern









 Autor: Winibald Willmeer
Verlag:Independently published
Seiten: 247
Preis: 9,90€, Paperback
ISBN: 978-1521457290

Bewertung: ☺☺









Worum geht es ?
Eine deutsche Kleinstadt 1969:
Der 16-jährige Schüler, Lukas Reinhardt, wird im Namen des Herrn hinter einer heilen Fassade brutal misshandelt. Seine vom Krieg und von Flucht traumatisierten Eltern erziehen ihn gemäß den radikalen Vorgaben ihrer Gemeinde Gottes. Diese fordert vollständige Unterordnung unter ihre Glaubensgrundsätze bis hin zur Selbstaufgabe. Lukas wird von Angst und Schuldgefühlen begleitet, wenn er das tägliche Bibelstudium auslässt oder ihm angeblich lasterhafte Gedanken in den Sinn kommen. Die Konsequenzen sind Misshandlungen durch seine Eltern in Form von Schlägen und sexuellen Übergriffen.
Eines Tages lernt Lukas Marie kennen, die an Mukoviszidose leidet. Er verliebt sich in sie, obwohl er weiß, dass sie bald sterben muss. Zum ersten Mal spürt er wahre Lebensfreude. Es kommt zu ernsthaften Konflikten mit seinen religiösen Eltern. Sie verbieten ihm jeden Kontakt mit dem Mädchen. Immer stärker beginnt er gegen sie und die Gemeinde zu rebellieren. Schließlich geben die Eltern ihren verlorenen Sohn auf und stürzen ihn in ein emotionales Chaos. Auf der einen Seite möchte er seinen Eltern nicht verlieren, auf der anderen Seite kann und will er Marie nicht aufgeben. Mit fatalen Folgen.


   [Quelle: Amazon]

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Bei Lukas im Haus gilt das Wort Gottes. Seine Eltern sind streng gläubig und wenn Lukas, ihrer Meinung nach, aus der Reihe tritt, gibt es Konsequenten in Form von Schlägen und auch sexuellen Misshandlungen.
Sein Leben ändert sich, als er sich verliebt. In Marie seine Klassenkameradin, sie ist ebenfalls 16, und sie wird bald sterben, denn sie leidet an Mukoviszidose und im Jahr 1969 ist die Lebensdauer von Betroffenen niedrig.
Für Marie bäumt er sich gegen seine Eltern und die Gemeinde auf. Er möchte Marie nicht verlieren.

Das Cover ist sehr schlicht. Meine Aufmerksamkeit hat eher der Titel als das Cover erregt, den hiervon sieht man mehr.

Die Geschichte von Lukas ist sehr emotional und auch echt heftig.
Zum Inhalt möchte ich nicht viel verraten. Jeder soll die Chance haben ohne Spoiler zu lesen.

Der Schreibstil ist unglaublich fesselnd in Kombination mit dem packenden Plot konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Das Schicksal der beiden Jugendlichen hat mich sehr beschäftigt.

Die Charaktere sind direkt aus dem Leben. 

Der Inhalt des Buches ist mir sehr nahe gegangen und ich glaub, dass dieses Buch nicht für jeden etwas ist. Man muss wissen was auf einen zukommt. 


Es ist eine dieser Geschichten, die im Kopf bleiben.


Leseempfehlung.



Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde bei lovelybooks bereitgestellt bekommen und bedanke mich herzlich dafür.

Mittwoch, 7. März 2018

Voodoo Kind von Markus Geier


Voodoo Kind






Autor: Markus Geier
Verlag: neobooks
Seiten: 131
Preis: 5,99€, Kindle Edition
ASIN: B079YGQ49c

Bewertung: ☺☺☺☺







Worum geht es ?

Chris ist gerade 15 und lebt in sehr schwierigen Familien Verhältnissen, denn seine Eltern sind beide gewalttätig. Doch nicht nur das, seit sie ihren Job geschmissen haben, steigt die Erniedrigung und die Pein ins unermessliche.
Um alle dem zu entkommen und seine Zwillingsschwester Marlene zu retten, erlernt er Voodoo.
Alles scheint wieder gut zu werden, doch dann läuft das ganze etwas aus dem Ruder und der Voodoo Zauber ist nicht mehr zu Bremsen
Marc ist 18 und auch er fühlt sich nicht mehr wohl in seiner Familie, seitdem seine Schwester auf die Welt kam, weshalb er letztendlich zu drastischen Mitteln greift.
Nachdem sie sich an einem Besonderen Ort treffen, beschließen die zwei etwas gegen ihr gemeinsames Schicksal zu unternehmen..
[Quelle: Amazon]

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Chris ist 15 Jahre alt und er und seine Schwester leben bei gewalttätigen Eltern. Beide misshandeln und missbrauchen sie. Als die beiden zur Strafe im Keller eingesperrt werden, entdeckt Chris dort ein Buch über Voodoo und er probiert es gleich aus. Allerdings läuft es nicht so, wie er denkt und ehe er sich versieht, landet Chris in einer Nervenheilanstalt, hier lernt er Marc kennen.
Marc ist drei Jahre älter als Chris. Seit seine Mutter ein neues Kind bekommen hat, fühlt er sich unbeachtet und versucht alles, um wieder bemerkt zu werden. 
Beide verstehen sich und schmieden zusammen einen Plan um ihre momentane Lebenssituation zu ändern.

Der Anfang der Geschichte ist wirklich heftig. Es wird erzählt, was Chris und seine Zwillingsschwester Marlene über sich ergehen lassen müssen und es ist nichts für schwache Nerven. 

Parallel dazu wird die Leidsgeschichte von Marc erzählt.
Beide Erzählstränge sind sehr gut beschrieben und es total spannend sie zu lesen. Der Schreibstil nahm mich sofort gefangen und ich habe das Buch in einem Durchgelesen.

Die beiden Protagonisten werden authentisch dargestellt, beides sind Jugendliche, welche aus ihrer persönlichen Hölle entkommen wollen und dazu zu schrecklichen Mitteln greifen.

Nachdem die beiden sich in der Nervenklinik über den Weg gelaufen sind, wird die Geschichte nur noch aus der Sicht von Chris geschildert.

Wenn ich mehr verrate, macht das Buch keinen Spaß mehr.

Leider sind die ca. 130 Seiten viel zu schnell rum, aber zum Glück gibt es eine Fortsetzung und ich freue mich schon drauf. 

Einen Punkt Abzug gibt es, weil die Charaktere an einigen Stellen etwas unausgereift wirken. Das war ein wenig schade.

Ein fesselndes Buch von der ersten bis zur letzten Seite.

  Leseempfehlung.

Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde bereitgestellt bekommen und bedanke mich herzlich dafür.

Montag, 11. Dezember 2017

Meine Seele weint von Monika Habicher

Meine Seele weint: Gewalt in der Familie – eine Tochter erzählt





Autor: Monika Habicher
Verlag: Athesia Tappeiner
Seiten: 240
Preis: 14,90€, Taschenbuch
ISBN: 978-8868391041

Bewertung: ☺☺☺☺☺







Worum geht es ?


In ergreifend und beeindruckend direkter Art beschreibt ein Mädchen, was sich in seinem Inneren abspielt, während es über Jahre hinweg Gewalt in seiner Familie erfährt. Die Last, die Sorge und der Schmerz sind enorm. Psychischer Stress und die Absenz von Schutz und Liebe wirken sich traumatisierend auf die Entwicklung des Kindes aus. Dennoch wird klar, dass es in seiner Natur liegt, seine Eltern zu lieben und loyal zu sein, egal was passiert. Dass dies einen großen Preis vom Kinde abverlangt, zeigt sich darin, dass Bewältigungsstrategien und Schutzmechanismen im Laufe der Zeit in ernsthafte psychische Störungen auszuarten drohen … [Quelle: Amazon]

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Die Protagonisten erzählt von ihrem Leben. Ein Leben, welches bisher durch Misshandlungen von ihrem Vater dominiert wurde. Dabei gibt sie tiefe Einblicke in ihre Gefühle.

Vorweg; das Buch ist nichts für schwache Nerven. Als Erzieherin beschäftige ich mich leider viel zu häufig mit Misshandlungen und deren Schäden am Kind. Ich lese zu dem Thema gerne Material von Betroffenen, damit ich einige Menschen besser verstehen kann.

Die Geschichte wird gnadenlos und unterschönert erzählt und das ist vor allem bei einem so brisanten Thema sehr wichtig.
Misshandlungen innerhalb der Familie werden heutzutage immer noch verschwiegen und Betroffen holen sich meistens erst sehr spät Hilfe.

Der Inhalt des Buches ist mir echt an die Nieren gegangen. Wie schon erwähnt, habe ich schon verschiedene Bücher zu diesem Thema gelesen, dennoch musste ich das Buch ab und zu zur Seite legen und das Geschriebene erst einmal verarbeiten.

Selbst jetzt jagt es mir noch einen Schauer über den Rücken.

Ich kann das Buch nur empfehlen, allerdings geht es einem sehr nahe und das sollte dem Leser vorher bewusst sein.


Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gewonnen und bedanke mich herzlich bei der Autorin und dem Verlag. 

Dienstag, 1. August 2017

Die Hölle im Kinderheim: Auf ewig hinter seelischen Gittern von Renée Wum

Die Hölle im Kinderheim: Auf ewig hinter seelischen Gittern






Autor: Renée Wum
Verlag: Books on Demand
Seiten: 232
Preis: 9,90€, Taschenbuch
ISBN: 978-3741270154

Bewertung: ☺☺☺☺☺








Worum geht es ?

In ihrem Buch "Die Hölle im Kinderheim" befasst sich Renée Wum mit dem häufig und gerne verdrängten Thema des Kindesmissbrauchs durch Geistliche. In ihrem erschütternden Bericht lässt sie die Leidtragenden durch ein ehemaliges Heimkind selbst zu Wort kommen. Dutz, der Name ist ein schützendes Pseudonym, spricht über seine unvorstellbar grauenhafte Kindheit in einem katholischen Kinderheim in Luxemburg in den Fünfzigerjahren. Er erzählt von den qualvollen Nächten, der täglichen bestialischen Folter - und dem täglichen sexuellen Missbrauch, dem er und seine Leidensgenossen und -genossinnen ausgesetzt waren.[Quelle: Amazon]

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In dem Buch lernen wir ein Kinderheim in Luxemburg kennen. In der Nachkriegszeit wurden viele Kinder von ihren Familien oder auch von Nachbarn in ein Heim gesteckt. Die Eltern dachten ihren Schützlingen würde es hier gut gehen, aber das war leider nicht der Fall. Dieser Abschnitt nennt sich schwarze Pädagogik und nicht nur in Luxemburg wurden die damaligen Heimkinder so behandelt.

Ich habe zu diesem Thema schon einige Bücher gelesen, da ich mich beruflich als Erzieherin häufig mit dem Thema auseinandersetzte.

Die Kinder waren damals nichts wert und das vermittelte man ihnen auch. Wum schildert ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen den damaligen Missbrauch durch die katholische Kirche. Ich möchte nichts genaueres wiedergeben, da das Thema nicht für jeden was ist.

Der Schreibstil des Buches ist sehr angenehm zu lesen. In dem Buch erzählt ein ehemaliges Heimkind, Dutz, von seinen erlittenen Quallen. Zwischenzeitlich werden auch die Schicksale von anderen Kindern, sowie von einigen Erwachsenen, beleuchtet.

Ich musste das Buch zwischenzeitlich immer mal wieder an die Seite legen und tief durchatmen. Es ist keine leichte Kost. Ab und zu hatte ich Tränen in den Augen und eine unfassbare Wut in meinem Bauch. Ich konnte einfach nicht verstehen, wie die Menschen so handeln konnten, dass es so böse Menschen unter uns gibt.


Das Buch wird mir auf jeden Fall in Erinnerung bleiben. 

Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde bekommen und danke der Autorin und dem Verlag dafür.